Mittwoch, 25. September 2013

Nach vielen Tagen in Frankreich...
....Felletin, Cluny, Taizé war ich jetzt einige Tage
...in Oberösterreich, im schönen Mühlviertel.
Dazwischen gestreut waren zwei Tage in Linz, ein Tag in Graz und nun geht es morgen in dieses wunderschöne, kleine Land westlich von Österreich...mit einem Namen, der auf der Zunge zerschmilzt (wie die Schoggi;)
Und irgendwie noch ganz unvorstellbar...nächste Woche bin ich mit meiner halben Familie in Lettland.
Zum dritten Mal in Riga (ich liebe das Hotel Albert....Einstein gewidmet) und ich freue mich auf meine Freundin Iveta.
Wir werden sie besuchen und sicher ganz viele Einblick in Land und Leute gewinnen. Einfach genial!
Ich liebe die Kirchenväter...spannend, immer mal wieder zu lesen, was sie denn so schrieben.

Dadurch entdeckte ich Dorotheus von Gaza, 6. Jahrhundert.
Und er zeichnet das Bild von einem Kreis, den man zeichnen soll, damit:
„...stellt euch vor, der Kreis ist die Welt und der Mittelpunkt des Kreises Gott.
Die Linien vom Kreis zum Mittelpunkt sind dabei die Lebenswege der Menschen.
Wenn nun die Glaubenden in das Innere des Kreises vorstoßen, weil sie Gott nahe sein wollen, dann kommen sie nicht nur Gott, sondern auch einander immer näher.
Je mehr sie sich Gott nähern, desto näher kommen sie sich untereinander, und je mehr sie sich gegenseitig annähern, desto näher kommen sie zu Gott.“
(S. 133/4, aus: Seele der Welt, Texte von Christen der ersten Jahrhunderte)

Freitag, 2. August 2013

"Man muss sich einfache Ziele setzen, 
dann kann man sich komplizierte Umwege erlauben." 
Charles de Gaulle
Ich traf ihn an der Gabelung eines Weges. 
Er trug nichts bei sich als seinen Umhang und einen Stab; 
und auf seinem Antlitz lag ein Schleier von Schmerz. 
Wir grüßten einander, und ich sprach: 
"Komm in mein Haus, und sei mein Gast." 
Und er trat näher. 
Mein Weib und meine Kinder kamen uns 
an der Türschwelle entgegen; 
lächelnd blickte er sie an, 
und sie freuten sich über sein Kommen. 
Dann saßen wir gemeinsam am Tisch 
und fühlten uns glücklich mit ihm, 
denn es umhüllten ihn Ruhe und Geheimnis. 
Nach dem Abendmahl setzten wir uns um das Feuer, 
und ich fragte ihn nach seinen Wanderungen. 
In dieser Nacht hörten wir viele Geschichten, 
und auch am folgenden Tag -
doch was ich nun wiedergebe, 
wurde aus der Schwere seines Lebens geboren, 
obwohl er selbst gütig war 
und nur seine Geschichten 
den Staub und die Mühsal seines Weges atmeten. 
Und als er nach drei Tagen wieder von uns ging, 
da spürten wir, daß der Gast uns nicht wirklich verlassen hatte; 
eher war es so, daß einer von uns 
draußen im Garten stand und noch nicht eingetreten war.
Khalil Gibran, The Wanderer

Samstag, 20. Juli 2013

Das Buch vom mönchischen Leben 
Rainer Maria Rilke (1875-1926)
 
...Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
 
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.... [1899]

Dienstag, 14. Mai 2013

...und wieder einmal...Martin Gutl

                                                    Pfingsten
Sie sammelten die Reste
ihrer Freundschaft ein.
Es reichte nicht aus,
unterm Kreuz bei ihm zu sein.
Sie saßen weitab
mit angstvollen Augen,
während Er starb.
Ernüchtert bis zum Ekel,
enttäuscht bis in die Wurzel des
Herzens hinein,
Wesen zwischen Welt und Unterwelt,
Jünger, Apostel, Erwählte,
Sehende, die doch nichts sahen,
Hörende, die doch nichts hörten,
Glaubende, die doch nichts glaubten,
unerweckt, unerleuchtet, Opfer der Angst,
Erben eines Gekreuzigten.
Bis der Geist kam und
ihre Bilder von Jesus verbrannte
und ihre Träume von Macht
verwehte.
Da erhob sich der
schmerzscheue Petrus
und begann, lebensgefährlich zu
reden
wie Isaias und Jeremias zuvor,
und kein Kreuz konnte ihn
hindern daran,
allen Menschen zu sagen:
Der Gekreuzigte lebt!

Montag, 10. Dezember 2012

Martin Gutl ! Ich liebe seine Texte....

Alles drängt zur Ewigkeit ...Häng dich nicht mit innerster Kraft, die du für das Letzte brauchst, an vorletzte Dinge! Deine Zeit ist im Kommen. Der Morgen dämmert. Die Instrumente werden gestimmt. Der Dirigent ist schon da. Er hat den Taktstock erhoben. Alles bereitet sich vor auf das Fest. Sammle dich für den großen Tag! Wehe, du denkst verbissen an vergangene Tage, wenn das Fest beginnt. Dann wirst du abseits stehen und erst das Loslassen üben. Du wirst nachlernen müssen, was du auf Erden versäumt hast. (Martin Gutl, Loblied vor der Klagemauer, Graz/Wien/Köln [Verlag Styria]