"Man muss sich einfache Ziele setzen,
dann kann man sich komplizierte Umwege erlauben."
Charles de Gaulle
Freitag, 2. August 2013
Ich traf ihn an der Gabelung eines Weges.
Er trug nichts bei sich als seinen Umhang und einen Stab;
und auf seinem Antlitz lag ein Schleier von Schmerz.
Wir grüßten einander, und ich sprach:
"Komm in mein Haus, und sei mein Gast."
Und er trat näher.
Mein Weib und meine Kinder kamen uns
an der Türschwelle entgegen;
lächelnd blickte er sie an,
und sie freuten sich über sein Kommen.
Dann saßen wir gemeinsam am Tisch
und fühlten uns glücklich mit ihm,
denn es umhüllten ihn Ruhe und Geheimnis.
Nach dem Abendmahl setzten wir uns um das Feuer,
und ich fragte ihn nach seinen Wanderungen.
In dieser Nacht hörten wir viele Geschichten,
und auch am folgenden Tag -
doch was ich nun wiedergebe,
wurde aus der Schwere seines Lebens geboren,
obwohl er selbst gütig war
und nur seine Geschichten
den Staub und die Mühsal seines Weges atmeten.
Und als er nach drei Tagen wieder von uns ging,
da spürten wir, daß der Gast uns nicht wirklich verlassen hatte;
eher war es so, daß einer von uns
draußen im Garten stand und noch nicht eingetreten war.
Khalil Gibran, The Wanderer
Er trug nichts bei sich als seinen Umhang und einen Stab;
und auf seinem Antlitz lag ein Schleier von Schmerz.
Wir grüßten einander, und ich sprach:
"Komm in mein Haus, und sei mein Gast."
Und er trat näher.
Mein Weib und meine Kinder kamen uns
an der Türschwelle entgegen;
lächelnd blickte er sie an,
und sie freuten sich über sein Kommen.
Dann saßen wir gemeinsam am Tisch
und fühlten uns glücklich mit ihm,
denn es umhüllten ihn Ruhe und Geheimnis.
Nach dem Abendmahl setzten wir uns um das Feuer,
und ich fragte ihn nach seinen Wanderungen.
In dieser Nacht hörten wir viele Geschichten,
und auch am folgenden Tag -
doch was ich nun wiedergebe,
wurde aus der Schwere seines Lebens geboren,
obwohl er selbst gütig war
und nur seine Geschichten
den Staub und die Mühsal seines Weges atmeten.
Und als er nach drei Tagen wieder von uns ging,
da spürten wir, daß der Gast uns nicht wirklich verlassen hatte;
eher war es so, daß einer von uns
draußen im Garten stand und noch nicht eingetreten war.
Khalil Gibran, The Wanderer
Samstag, 20. Juli 2013
Das Buch vom mönchischen Leben
Rainer Maria Rilke (1875-1926)
...Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.... [1899]
Dienstag, 14. Mai 2013
...und wieder einmal...Martin Gutl
Pfingsten
Sie sammelten die Reste
ihrer Freundschaft ein.
Es reichte nicht aus,
unterm Kreuz bei ihm zu sein.
Sie saßen weitab
mit angstvollen Augen,
während Er starb.
Ernüchtert bis zum Ekel,
enttäuscht bis in die Wurzel des
Herzens hinein,
Wesen zwischen Welt und Unterwelt,
Jünger, Apostel, Erwählte,
Sehende, die doch nichts sahen,
Hörende, die doch nichts hörten,
Glaubende, die doch nichts glaubten,
unerweckt, unerleuchtet, Opfer der Angst,
Erben eines Gekreuzigten.
Bis der Geist kam und
ihre Bilder von Jesus verbrannte
und ihre Träume von Macht
verwehte.
Da erhob sich der
schmerzscheue Petrus
und begann, lebensgefährlich zu
reden
wie Isaias und Jeremias zuvor,
und kein Kreuz konnte ihn
hindern daran,
allen Menschen zu sagen:
Der Gekreuzigte lebt!
Sie sammelten die Reste
ihrer Freundschaft ein.
Es reichte nicht aus,
unterm Kreuz bei ihm zu sein.
Sie saßen weitab
mit angstvollen Augen,
während Er starb.
Ernüchtert bis zum Ekel,
enttäuscht bis in die Wurzel des
Herzens hinein,
Wesen zwischen Welt und Unterwelt,
Jünger, Apostel, Erwählte,
Sehende, die doch nichts sahen,
Hörende, die doch nichts hörten,
Glaubende, die doch nichts glaubten,
unerweckt, unerleuchtet, Opfer der Angst,
Erben eines Gekreuzigten.
Bis der Geist kam und
ihre Bilder von Jesus verbrannte
und ihre Träume von Macht
verwehte.
Da erhob sich der
schmerzscheue Petrus
und begann, lebensgefährlich zu
reden
wie Isaias und Jeremias zuvor,
und kein Kreuz konnte ihn
hindern daran,
allen Menschen zu sagen:
Der Gekreuzigte lebt!
Montag, 10. Dezember 2012
Martin Gutl ! Ich liebe seine Texte....
Alles drängt zur Ewigkeit
...Häng dich nicht
mit innerster Kraft,
die du für das Letzte brauchst,
an vorletzte Dinge!
Deine Zeit ist im Kommen.
Der Morgen dämmert.
Die Instrumente werden gestimmt.
Der Dirigent ist schon da.
Er hat den Taktstock erhoben.
Alles bereitet sich vor auf das Fest.
Sammle dich für den großen Tag!
Wehe, du denkst verbissen
an vergangene Tage,
wenn das Fest beginnt.
Dann wirst du abseits stehen
und erst das Loslassen üben.
Du wirst nachlernen müssen,
was du auf Erden versäumt hast.
(Martin Gutl, Loblied vor der Klagemauer, Graz/Wien/Köln [Verlag Styria]
Montag, 19. November 2012
Kino...einige Tipps
Filme, Dokumentationen, die mich bewegt haben/bewegen:
"Drei Brüder à la carte"
"Mama Illegal"
"Und wenn wir alle zusammenziehen"
"Geh und lebe"
Danke an unsere tollen Kinos...in Radstadt, in Gröbming...ihr seid super!!
Montag, 2. Januar 2012
Neujahrsrätsel
Neujahrsrätsel
Du fährst mit dem Auto eine konstante Geschwindigkeit.
Auf deiner linken Seite ist ein Abhang.
Rechts fährt ein riesiges Feuerwehrauto mit gleichem Tempo.
Vor dir galoppiert ein Schwein und lässt dich nicht vorbei.
Hinter dir verfolgt dich ein Hubschrauber.
Was machst du?
Du fährst mit dem Auto eine konstante Geschwindigkeit.
Auf deiner linken Seite ist ein Abhang.
Rechts fährt ein riesiges Feuerwehrauto mit gleichem Tempo.
Vor dir galoppiert ein Schwein und lässt dich nicht vorbei.
Hinter dir verfolgt dich ein Hubschrauber.
Was machst du?
Abonnieren
Posts (Atom)